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Schellfischposten Hamburg - kleinste Kultkneipe und großes Herz der Hafenkante

  • Autorenbild: Jörn Jung
    Jörn Jung
  • vor 4 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Außenansicht des Schellfischpostens in Hamburg‑Altona bei Abendlicht, mit beleuchtetem Eingang, Pflanzkübeln, Außensitzplätzen und der Köhlbrandtreppe im Hintergrund.
Ein Abend am Schellfischposten: Zwischen Köhlbrandtreppe und Hafenkante zeigt sich Hamburgs Kultkneipe von ihrer gemütlichsten Seite.

Willkommen an der Altonaer Hafenkante – wo Geschichte, Elbe und Kneipenkultur zusammenkommen


Wer an der Hamburger Hafenkante entlangspaziert, merkt schnell: Hier riecht es nicht nur nach Elbe und Abenteuer, sondern auch nach Geschichten. Manche sind laut, manche leise – und manche werden seit Jahrzehnten in einer kleinen Kneipe erzählt, die längst Kultstatus erreicht hat: dem Schellfischposten.

Bevor wir aber in die Welt der Seebären, Souvenirs und Fernsehkameras eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die Umgebung. Denn der Schellfischposten liegt an einem der atmosphärischsten Orte Altonas: dem Holzhafen, eingerahmt von der historischen Köhlbrandtreppe und der Großen Elbstraße.


Die Köhlbrandtreppe – ein steinernes Relikt der Hafenarbeiterzeit



Aussicht von der Köhlbrandtreppe in Hamburg‑Altona auf einen Platz mit Bäumen, Laternen, Außengastronomie und Blick über den Holzhafen bis zu den Hafenanlagen gegenüber.
Blick von der Köhlbrandtreppe auf den Holzhafen: Ein ruhiger Moment zwischen Elbe, Backstein und Hafenleben.

Die Köhlbrandtreppe, 1887 erbaut, ist ein echtes Stück Altonaer Stadtgeschichte. Sie verbindet die Breite Straße mit der Großen Elbstraße und war einst der tägliche Weg der Hafenarbeiter, die von ihren Wohnungen direkt hinunter zu den Kaianlagen mussten.

Steil, massiv, mit dekorativen Geländern – ein funktionales Kunstwerk, das heute als kulturhistorisches Denkmal gilt.

Mein Tipp:

Wer früh morgens oder abends hier vorbeikommt, erlebt die Treppe fast menschenleer. Perfekt für Fotos, für einen Moment Ruhe – und für einen Blick über die Elbe, der jedes Mal ein bisschen anders aussieht.

Von hier aus sind es nur ein paar Schritte zu zwei legendären Kneipen: der Haifischbar und dem Schellfischposten. Und genau dort beginnt die eigentliche Geschichte.



Der Schellfischposten Hamburg – älteste Seemannskneipe mit Herz und Humor


Der Schellfischposten Hamburg ist nicht einfach eine Kneipe. Er ist ein lebendiges Archiv der Hafenwelt – und das seit über 100 Jahren.

Sein Name geht auf die historische Schellfischbahn zurück, deren Endstation am Fischmarkt lag. Der heutige Gastraum war früher der Wartesaal für Fahrgäste. Wo heute Bier gezapft wird, wartete man einst auf die Bahn. Eine charmante Vorstellung, oder?

1962 übernahm Georg „Schorsch“ Pohl die Kneipe und brachte eine Tradition mit, die bis heute Kultstatus hat:

Wer von großer Fahrt ein Souvenir mitbrachte, durfte umsonst trinken.

Die Wände hängen noch immer voll mit diesen Erinnerungsstücken – von exotisch bis kurios. Jede Kleinigkeit erzählt eine Geschichte, und zusammen ergeben sie ein maritimes Wohnzimmer, das man so nur in Hamburg findet.


Inas Nacht – wie eine winzige Kneipe Fernsehgeschichte schrieb


Platz am Holzhafen in Hamburg‑Altona mit Skulpturengruppe, Pflanzkübeln, Außengastronomie, Fahrrädern und Blick auf die Elbe sowie Hafenanlagen im Hintergrund.
Platz am Holzhafen in Altona: Zwischen Skulptur, Hafenblick und Gastronomie zeigt sich die Waterkant von ihrer lebendigen Seite.

Aufbauarbeiten vor dem Schellfischposten in Hamburg‑Altona mit Absperrungen, Technikzelten, Fahrzeugen und Blick auf die historische Backsteinfassade – Vorbereitung
Vorbereitungen für „Inas Nacht“ am Schellfischposten: Der Holzhafen wird zur kleinen TV‑Bühne zwischen Backstein, Hafenluft und Kultkneipe.


Spätestens seit 2007 ist der Schellfischposten deutschlandweit bekannt. Denn hier wird „Inas Nacht“ aufgezeichnet – eine der charmantesten, frechsten und musikalischsten Talksendungen im deutschen Fernsehen.

Was die Sendung so besonders macht?

• ein winziger Raum,

• ein Shanty-Chor, der durchs Fenster singt,

• Gäste, die so dicht beieinandersitzen wie sonst nur in der U‑Bahn,

• ehrliche Gespräche,

• viel Musik,

• und ein bisschen Alkohol, der die Zunge lockert.

Dass eine Kneipe, die eigentlich viel zu klein für Fernsehen ist, zur Kultbühne wurde, passt perfekt zu Hamburg: Hier entstehen die besten Geschichten oft dort, wo man sie am wenigsten erwartet.


Der Schellfischposten heute – ein Ort für Hafenromantik und ehrliche Begegnungen


Wer den Schellfischposten betritt, merkt sofort: Hier ist nichts künstlich, nichts aufpoliert, nichts auf „Touri“ getrimmt.

Es ist ein Ort, an dem Hafenarbeiter, Künstler, Nachbarn, Radfahrer, Fernsehfans und neugierige Besucher zusammenkommen. Ein Ort, an dem man ins Gespräch kommt, ohne es zu planen. Ein Ort, der nach Hamburg schmeckt.

Und genau deshalb empfehle ich ihn so gern – auch auf meinen Touren.


Der Schellfischposten auf meinen Touren – zwei Wege, ein Erlebnis


Radfahrerinnen und Radfahrer auf dem rot markierten Radweg am Holzhafen in Hamburg‑Altona, flankiert von modernen Gebäuden und einer Fußgängerbrücke mit dem Schriftzug „Holzhafen“.
Radverkehr am Holzhafen: Zwischen moderner Architektur und Elbblick zeigt sich Altona als echtes Fahrradrevier.

Weekend Starter – Perfekter Auftakt ins Wochenende


Auf meiner Weekend Starter Tour führt der Weg direkt an der Hafenkante entlang – und damit auch am Schellfischposten vorbei.

Hier erzähle ich gern die kleinen Geschichten, die nicht im Reiseführer stehen:

Warum die Kneipe so klein ist.

Welche Souvenirs die verrücktesten waren.

Wie es ist, wenn plötzlich ein Shanty-Chor durchs Fenster singt.

Für viele Gäste ist der Moment am Schellfischposten der Augenblick, in dem sie merken:

„Jetzt bin ich wirklich in Hamburg angekommen.“


Ein Abstecher in die Große Elbstraße – Fisch, Flair und Hafenleben


Kaffeetruck am Holzhafen in Hamburg‑Altona, ein Gast bestellt, Menschen sitzen am Wasser, im Hintergrund ein Containerschiff und Hafenkräne bei sonnigem Wetter.
Kaffeepause am Hafen: Zwischen Containerriesen und Elbbrise wird der Holzhafen zum entspannten Treffpunkt mit bestem Blick aufs Hafenleben.

Nach einem Besuch am Schellfischposten lohnt sich ein Spaziergang in die Große Elbstraße.

Hier findet ihr:

• frischen Fisch,

• kleine Manufakturen,

• Cafés und Restaurants,

• und das echte Hafenflair, das man nicht künstlich erzeugen kann.

Wer früh unterwegs ist, erlebt die Straße in ihrer schönsten Form: geschäftig, duftend, lebendig.


Fazit – Der Schellfischposten ist mehr als eine Kneipe


Er ist ein Stück Hamburg.

Ein Ort, an dem Geschichten gesammelt werden wie Muscheln am Strand.

Ein Treffpunkt für Menschen, die das Echte suchen.

Ein Symbol dafür, dass Größe nichts mit Quadratmetern zu tun hat.

Und für mich – und viele meiner Gäste – ist er einer der Orte, die man nicht vergisst.



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