Brücke Entenwerder eröffnet: Neuer Radweg zur Vier- und Marschlande Tour


Kurz zusammengefasst: Seit dem 7. September 2026 verbindet die neue Brücke Entenwerder die HafenCity direkt mit Rothenburgsort und dem Elbpark Entenwerder. Für meine geführte Vier- und Marschlande Tour ab der Fahrradstation Schlüterstraße ist das mehr als eine Randnotiz – die Brücke liegt fast auf der Strecke, die viele Gäste ohnehin mit mir fahren, wenn sie Hamburgs ländliche Seite entdecken wollen.
Der Weg zum Start: Vom Dammtor über die Alster in die HafenCity
Radfahrer auf dem Alster-Radweg: Eine klare, markierte Route durch Grün und Stadt, typisch für Hambu
Meine Vier- und Marschlande Touren starten an der Fahrradstation Schlüterstraße 11, direkt am Fahrradparkhaus im Uni-Viertel nahe dem Dammtorbahnhof. Von dort geht es zunächst auf dem Radweg am Harvesterhuder Weg entlang der Außenalster in Richtung Innenstadt – ein ruhiger, grüner Auftakt mit Blick aufs Wasser, bevor es überhaupt richtig losgeht.
Über die Binnenalster und vorbei am Hamburger Rathaus führt der Weg weiter in die HafenCity. Und genau dieser Abschnitt entlang des Kirchenpauerkai gehört für mich zu den angenehmsten Kilometern, die man in der Hamburger Innenstadt mit dem Rad fahren kann: breite Wege, kaum Kreuzungen, Speicherstadt auf der einen, moderne HafenCity-Architektur auf der anderen Seite. Wer diese Strecke noch nicht kennt, sollte sie sich unbedingt einmal geben – das ist kein Insider-Geheimtipp mehr, aber immer noch unterschätzt.
Bisher musste man am östlichen Rand der HafenCity aber auf die stark befahrene Billhorner Brückenstraße bzw. den Billhorner Röhrendamm ausweichen, um weiter Richtung Rothenburgsort und zum eigentlichen Ausgangspunkt der Vier- und Marschlande vorzudringen – genau jene Route, über die man historisch schon "von Süden aus über die Elbbrücken nach Hamburg" kam. Kein besonders einladender Abschnitt für Radfahrer. Hier setzt die neue Brücke Entenwerder an.

Die Fakten zur Brücke Entenwerder
Eröffnung: 7. September 2026, für Fuß- und Radverkehr freigegeben.
Verbindung: Erste direkte Fuß- und Radwegverbindung zwischen der HafenCity (Quartier Elbbrücken) und Rothenburgsort, direkt an der U- und S-Bahnstation Elbbrücken.
Länge/Breite: 135 Meter lang, 75 Meter Stützweite, rund 7 Meter breit – mit separatem Zweirichtungsradweg und Fußweg.
Lage: Sie überspannt die Mündung des Oberhafenkanals in die Norderelbe, mit einem geschwungenen, dynamischen Verlauf.
Entwurf: gmp Architekten (von Gerkan, Marg und Partner) zusammen mit dem Ingenieurbüro schlaich bergermann partner (sbp), Wettbewerbsgewinn 2020.
Bau: Baubeginn Februar 2025, Vormontage der Segmente auf der Peute, Einhub per Schwimmkran im September 2025.
Trägerschaft: Realisiert von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft für die Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, gefördert vom Bundesministerium für Verkehr im Programm „Stadt und Land".
Einordnung: 520. Fuß- und Radwegbrücke im Hamburger Bestand – Hamburg hat laut Verkehrssenator Anjes Tjarks fast 2.500 Brücken und gilt damit als "Brückenhauptstadt Europas".
Rund um die Brücke entsteht zusätzlich der neue, etwa 1,6 Hektar große „Park Zweibrücken" mit 70 neuen Bäumen an der Uferzone der Elbbrücken.
Der Bezug zur Vier- und Marschlande Tour
Radfahrer auf der – neuen Brücke Entenwerder moderner Radweg mit Blick auf die Elbbrücken Radfahrer auf der neuen Brücke Richtung Entenwerder Park Rennradfahrerin auf der neuen Brücke mit Blick auf die Elbbrücken
Meine Vier- und Marschlande Tour startet an der Fahrradstation, führt über Binnenalster, Rathaus und HafenCity hinaus Richtung Elbpark Entenwerder und weiter auf die autofreie Wasserkunstinsel Kaltehofe, von dort entlang der Dove-Elbe über Allermöhe bis in die Marschlandschaft mit ihren Deichen, Blumenfeldern und Bauernhäusern. Unterwegs kommen wir auch am schwimmenden Café Entenwerder 1 vorbei – nur wenige Gehminuten von der neuen Brücke entfernt. Auf dem Rückweg geht es dann über die Deichtorhallen und den Hamburger Großmarkt, vorbei an der historischen Oldtimer-Tankstelle Brandshof, zurück in die Innenstadt.
Für den Hinweg über HafenCity und Kirchenpauerkai ist die neue Brücke Entenwerder deshalb genau die richtige Ergänzung: Sie verkürzt und entschärft den Übergang zwischen HafenCity und Rothenburgsort/Elbpark Entenwerder, also exakt die Stelle, an der bislang auf die mehrspurige Billhorner Brückenstraße ausgewichen werden musste. Jetzt geht es dort kreuzungsfrei über die Elbe – direkt am Anfang der eigentlichen Fahrt in die Vier- und Marschlande.
Wichtig für die Ehrlichkeit an dieser Stelle: Die Brücke ersetzt keine komplette Streckenführung, sondern verbessert vor allem den Hinweg über die HafenCity. Für den Rückweg über Deichtorhallen und Großmarkt ändert sich dadurch nichts. Trotzdem ist es eine echte, spürbare Verbesserung – kein Marketing-Versprechen, sondern schlicht eine sicherere und angenehmere Verbindung genau dort, wo die Tour beginnt.
Häufige Fragen zur Brücke Entenwerder und zur Vier- und Marschlande Tour
Wann wurde die Brücke Entenwerder eröffnet? Am 7. September 2026 wurde die Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder für den Verkehr freigegeben.
Welche Stadtteile verbindet die Brücke Entenwerder? Sie verbindet die HafenCity (Quartier Elbbrücken) mit Rothenburgsort und dem Elbpark Entenwerder, direkt neben der Station Elbbrücken.
Führt die Vier- und Marschlande Tour über die neue Brücke? Auf dem Hinweg geht es über HafenCity und Elbpark Entenwerder zur Wasserkunstinsel Kaltehofe – hier liegt die neue Brücke praktisch auf der Strecke. Der Rückweg verläuft über Deichtorhallen, Großmarkt und die Oldtimer-Tankstelle Brandshof.
Wie lang und wie anspruchsvoll ist die Vier- und Marschlande Tour? Die geführte Tour ist etwa 35–40 km lang, dauert rund 4,5 Stunden und hat ein mittleres Anspruchsniveau. Start ist an der Fahrradstation Schlüterstraße 11 in Hamburg.
Fazit
135 Meter Brücke machen aus Hamburg kein neues Reiseziel – das wäre übertrieben. Aber für die Strecke von der Binnenalster über Rathaus und HafenCity hinaus in Richtung Vier- und Marschlande ist die Brücke Entenwerder eine kleine, aber ehrlich verdiente Verbesserung: eine unangenehme Ausweichstrecke fällt weg, eine direkte, autofreie Verbindung kommt dazu. Wer das selbst erleben will, meldet sich am besten gleich für die Vier- und Marschlande Tour an.
Der Autor:

Wer steht hinter fahrradtour.hamburg?
Hamburg ist mehr als nur mein Geburtsort (1958); es ist meine Heimat, meine Inspirationsquelle und mein Arbeitsfeld. Als einer der ersten Fahrer des Hamburger Fahrradtaxis (ab 2003) habe ich sieben Jahre lang Tausende von Kilometern durch die Stadt zurückgelegt und dabei gelernt, was Hamburg wirklich ausmacht: seine Ecken, seine Geschichten und seine ständige Wandlung.
Heute bin ich Stadtführer und Touristiker, der die Stadtentwicklung genau beobachtet. Auf meinen organisierten Fahrradtouren nehme ich dich mit auf eine Reise, die über das Offensichtliche hinausgeht. Unterstützt wird mein Blick für Details durch meine wiedergefundene Liebe zur Fotografie. Hier auf dem Blog verbinde ich mein lokales Wissen mit visuellen Eindrücken, um dir Hamburg neu zu zeigen.
Jörn Jung




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